Das Licht in der Racing Hall am ADNEC Centre Abu Dhabi wirkt fast zu sauber, fast zu klinisch – und doch knistert die Luft wie vor einem Gewitter. Minchan Kim sitzt da, Goggles bereit, den Kurs „im Kopf“ längst hundertmal geflogen, und wartet nur auf einen Fehler der KI. Im Best-of-Nine-Finale der zweiten Saison der A2RL Drone Championship liefert sich der südkoreanische FPV-Pilot ein Duell mit der KI-Drohne von TII Racing, das bis zum letzten Heat auf 4:4 steht. Dann clippt die Maschine ein Gate – und der Mensch zieht durch: ruhig, präzise, ohne zu blinzeln.
Die Propeller singen, hoch und dünn, als würden sie Glas schneiden. Neben mir hält jemand den Atem an. „Jetzt“, flüstert eine Stimme – und im selben Moment schießt die KI-Drohne durch das erste Gate, schnurgerade, gnadenlos schnell.
Minchan Kim lässt sie zunächst ziehen. Keine Hektik. Kein Heldentum. Nur saubere Linien, Gate für Gate. Es ist eine Strategie, die man erst versteht, wenn man das Zittern in den Händen sieht: Er wartet darauf, dass Perfektion teuer wird.
Und sie wird teuer. Einmal clippt die KI, einmal kippt sie weg. Selten, aber katastrophal. Kim bleibt stabil, auch wenn „dirty air“ – die Verwirbelungen der Drohne vor ihm – sein Bild kurz wackeln lässt. Später nimmt er die Brille ab, blass: „Ich konnte beim Fliegen nicht mal atmen.“
Das Drama wächst langsam. 1:1. 2:2. 4:4. Das Publikum steht. Der letzte Heat ist ein Tunnel aus Neon und Nerven. Kim pusht früh, hält Abstand, schneidet die Kurven wie mit dem Skalpell. Dann passiert es: Die KI berührt ein Gate – und findet nicht zurück.
Im Hintergrund erklärt Aaesha Al Shehhi vom Technology Innovation Institute, warum Tempo allein nicht reicht: Die TII-Drohne sei unter den schnellsten, aber nach einem Crash könne sie nicht „retten“, was ein Mensch rettet. Sensoren, Licht, Störungen – reale Bedingungen sind gnadenlos.
Organisiert von ASPIRE (Advanced Technology Research Council) ist das Rennen mehr als Sport: ein Stresstest für Autonomie außerhalb des Labors. Heute gewinnt der Mensch. Aber die Lücke wird kleiner – und das hört man in der Halle fast lauter als die Propeller.
Großveranstaltungen wie UMEX/SimTEX und die A2RL-Rennserie stärken Abu Dhabis Position als Innovationsstandort – mit spürbaren Effekten auf Hotellerie, Serviced Apartments und Gewerbeflächen rund um Messe- und Forschungscluster. Für Investoren sind Lagen mit guter Anbindung an ADNEC, Flughäfen und neue Tech-Zonen interessant, weil wiederkehrende Events und Firmenansiedlungen die Nachfrage nach kurz- und mittelfristigen Mietmodellen stabilisieren können.