Abu Dhabi startet vollständig fahrerlose TXAI-Robotaxis auf Yas Island | Die Geissens Real Estate | Luxus Immobilien mit Carmen und Robert Geiss – Die Geissens in Dubai
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Geistertaxis am Golf

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Ein weißes E-SUV rollt lautlos an den Bordstein von Yas Island, der Fahrersitz leer wie eine Filmkulisse. Doch dies ist keine Demo, kein abgesperrter Testkurs, sondern ganz normaler Verkehr in Abu Dhabi – und die Stadt hat soeben ihren ersten vollständig fahrerlosen Robotaxi-Dienst für alle freigeschaltet. Unter der Marke TXAI betreibt Bayanat die Fahrzeuge in einer klar definierten Zone auf Yas Island, ganz ohne Sicherheitsfahrer im Auto, überwacht von einem Kontrollraum voller Monitore. Nach einer Pilotphase mit mehr als 16.000 Fahrten wagt der Emirat nun den Sprung: Taxis kommen auf Knopfdruck, aber der Fahrer besteht aus Software und Sensoren.

Das Auto bremst, blinkt, öffnet die Tür. Auf dem Fahrersitz: niemand. Ein Junge auf dem Gehweg macht große Augen und lehnt sich nach vorne, als wolle er noch einmal genau nachschauen.

Wo ist der Fahrer, fragt er, halb geflüstert, halb kichernd.

Seine Mutter hält ihm das Handy hin, auf dem die TXAI-App leuchtet. In Abu Dhabis neuesten Taxis, erklärt sie, sitzt der Fahrer im Computer des Autos – und in einem Kontrollraum ein paar Kilometer weiter.

Auf Yas Island kommt die Zukunft des Stadtverkehrs nicht mit Sirene und Scheinwerfergewitter. Sie rollt leise heran, ohne Hände am Lenkrad, ohne Smalltalk, nur mit einer freundlichen Stimme aus dem Lautsprecher und einer Karte, die auf dem Bildschirm den Weg durch die Stadt zeichnet.

Vom Science-Fiction-Bild zum normalen Service

Abu Dhabi hat seinen ersten vollständig fahrerlosen Robotaxi-Dienst für die Öffentlichkeit offiziell gestartet und damit ein Pilotprojekt in ein echtes Verkehrsmittel verwandelt. Die unter der Marke TXAI von Bayanat betriebenen Fahrzeuge fahren jetzt auf öffentlichen Straßen in einer festgelegten Zone auf Yas Island – ohne Sicherheitsfahrer auf dem Vordersitz.

Es ist ein großer Schritt nach vorn im Vergleich zur ersten Testphase, die einst rund um das Formel-1-Rennen begann und später als beaufsichtigter Probebetrieb weiterlief. Damals saß noch ein Fahrer bereit, um jederzeit eingreifen zu können. Heute bleibt dieser Sitz leer. Die menschliche Rückversicherung sitzt in einem Leitstand, in dem Teammitglieder auf riesigen Monitoren Live-Bilder, Fahrzeugpositionen und Systemzustände verfolgen.

Innerhalb des geofenceten Gebiets folgen die Robotaxis freigegebenen Routen, meistern Kreuzungen und Kreisverkehre und teilen sich die Straße mit ganz normalem Verkehr. Von außen sehen sie aus wie gewöhnliche weiße SUVs. Nur der Sensorkranz auf dem Dach verrät, dass hier mehr als ein klassischer Motor arbeitet.

So bestellt man eine Fahrt ohne Fahrer

Der Einstieg in ein Robotaxi beginnt wie jede moderne Fahrt: mit einer App. Auf der TXAI-App erscheint eine vertraute Kartenansicht von Yas Island. Man setzt einen Pin, bestätigt Abholort und Ziel und verfolgt dann auf dem Display, wie sich ein kleines Symbol über die Straßen bewegt.

Trifft das Robotaxi ein, werden die Türen per App entriegelt. Innen wirkt alles beruhigend normal: bequeme Sitze, Gurte, die Klimaanlage rauscht leise. Neu ist der Bildschirm, der Route, Geschwindigkeit und eine stilisierte Ansicht der umliegenden Fahrzeuge zeigt – so, wie sie die Sensoren des Autos wahrnehmen.

Eine ruhige Stimme begrüßt die Fahrgäste, erinnert ans Anschnallen und erklärt, dass die Fahrt überwacht wird. Zum Start lockt der Dienst mit Einführungstarifen; viele erste Nutzer steigen vor allem ein, um das Gefühl auszuprobieren, sich durch die Stadt fahren zu lassen, ohne dass jemand vorne am Lenkrad sitzt.

Im Inneren des unsichtbaren Fahrers

Hinter der geschmeidigen Fahrt steckt ein dichtes Netz aus Technik. Jedes Robotaxi ist mit Lidar, Radar und Kameras bestückt, die die Umgebung in 360 Grad scannen und einen ständigen Datenstrom an den Bordcomputer liefern. Hochauflösende Karten von Bayanat geben dem Fahrzeug zentimetergenaue Informationen über Fahrspuren, Bordsteine, Zebrastreifen und Landmarken.

Die Software im Wagen wertet all dies aus, schätzt das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer ab und entscheidet in Sekundenbruchteilen, wann beschleunigt, gebremst oder die Spur gewechselt wird. Passiert etwas Unerwartetes, kann das Team im Leitstand eingreifen, das Auto abbremsen, umleiten oder kontrolliert anhalten.

Mehrere Sicherungsebenen schützen den Betrieb: Sensoren prüfen sich gegenseitig, Datenleitungen sind verschlüsselt, und klare Sicherheitsprotokolle regeln, wie die Flotte bei starkem Regen, unklaren Situationen oder einem möglichen Sensorausfall reagiert.

Vom Pilotprojekt zur Alltagsroutine

Bis zur vollständig fahrerlosen Fahrt war es ein langer Weg. In der ersten Phase sammelte TXAI mehr als 16.000 Fahrten mit Sicherheitsfahrern, um Daten über Verkehr, Fahrgastverhalten und seltene Sonderfälle zu sammeln. Diese Runden dienten auch einem zweiten Ziel: Vertrauen aufzubauen.

Frühe Fahrgäste erzählen von diesen ersten Sekunden des Unbehagens nach dem Einsteigen. Dann kommt der Perspektivwechsel: Man merkt, wie vorsichtig das Auto an Kreisverkehre heranrollt, wie früh es an Zebrastreifen verzögert, wie strikt es Tempolimits einhält. Familien machen Fotos, Jugendliche filmen Clips für Social Media, Angestellte testen den neuen Dienst heimlich auf dem Weg zur Arbeit.

Für das Emirat fügt sich der Robotaxi-Start nahtlos in eine größere Vision ein: autonome Mobilität in den Alltag einzutakten. Strategien der VAE sehen eine Zukunft vor, in der ein signifikanter Anteil der Wege in den großen Städten von selbstfahrenden Fahrzeugen übernommen wird – mit weniger Staus, geringeren Emissionen und neuen Vorstellungen von Autobesitz.

Menschen, Routinen und ein neuer Stadt-Rhythmus

Auf Yas Island sind es die kleinen Szenen, die zeigen, dass sich etwas verschiebt. Eine Bewohnerin verlässt das Fitnessstudio und ruft ein Robotaxi, statt zum Parkplatz zu laufen. Ein Tourist steigt vor dem Hotel ein und lässt sich lautlos zum Einkaufszentrum bringen, ohne ein Wort mit einem Fahrer zu wechseln. Eltern schicken ein Foto vom leeren Fahrersitz in die Familiengruppe – halb Scherz, halb Meilenstein.

Am Anfang bleiben Passanten stehen und starren den leeren Vordersitz an, wenn ein Auto vorbeigleitet. Nach dem dritten oder vierten drehen sich schon weniger Köpfe. In Städten beginnt die Zukunft fast immer als Spektakel – und endet als Hintergrundrauschen.

Was fahrerlose Taxis für Immobilien und Investoren bedeuten

Autonome Taxis sind nicht nur eine Verkehrsmeldung, sie sind ein Stadtentwicklungsthema. Wenn ein Viertel plötzlich mühelosen, bedarfsgerechten Verkehr bekommt, verschiebt sich die mentale Karte dessen, was nah und bequem wirkt.

Auf Yas Island verbindet die neue Robotaxi-Zone Wohnanlagen, Einkaufszentren, Freizeitattraktionen und Büros enger miteinander. Für Bewohner wird ein autoarmes Leben realistischer: Man kann aus dem Haus treten und den letzten Kilometer per Robotaxi statt mit dem eigenen Zweitwagen überbrücken.

Für Projektentwickler und Investoren hat das spürbare Folgen.

  • Wohn- und Mischnutzungsprojekte innerhalb oder in der Nähe künftiger Robotaxi-Korridore gewinnen an Attraktivität, besonders für junge Berufstätige und technikaffine Familien.
  • Parkkonzepte können sich verändern: mehr Platz für komfortable Drop-off-Zonen, überdachte Einstiegsbereiche und Mobilitätshubs, weniger Flächen für riesige Tiefgaragen.
  • Einkaufs- und Nachbarschaftszentren, die nur eine kurze Robotaxi-Fahrt von Freizeit-Hotspots entfernt liegen, vergrößern ihren Einzugsbereich.

Vorausschauende Projekte in Abu Dhabi experimentieren bereits mit autoarmen Quartieren, schattigen Fußwegen und integrierter Mikromobilität. Vollständig fahrerlose Taxis fügen dieser Vision eine wichtige Schicht hinzu und machen aus dem Schlagwort smarte Mobilität ein abrufbares Alltagsangebot.

Für langfristig orientierte Anleger gilt: der Infrastruktur folgen. Wenn sich die Robotaxi-Routen von Yas Island auf weitere Stadtteile ausdehnen, verschieben sie die unsichtbaren Linien der Bequemlichkeit – und mit ihnen die nächste Welle aussichtsreicher Lagen im Emirat.