Es beginnt wie ein Senderwechsel in der Zukunft: Dubai schaltet eine neue Streaming-Plattform frei – „Dubai+“ – und macht aus Stadtgeschichten, Talkformaten, Dokus und Entertainment ein digitales Schaufenster. Das Angebot will zeigen, was die Metropole bewegt: Kultur, Alltag, Food, Trends, Menschen, Orte. Zugleich ist es ein strategischer Schritt: Inhalte, die bisher über verschiedene Kanäle verstreut waren, werden kuratiert, auffindbar und international teilbar. Für die Kreativwirtschaft ist es Bühne und Beschleuniger – und für die Stadt ein weiterer Baustein ihrer „always on“-Identität als globales Medien- und Lifestyle-Hub.
Die Nacht in Dubai hat diesen speziellen Glanz, der sich nicht entscheiden kann, ob er von den Fassaden kommt oder vom Himmel. Auf den Boulevards fließt Licht wie Wasser. In einer Lobby klimpert irgendwo ein Kaffeelöffel gegen Porzellan, als hätte jemand einen Taktstock gehoben. Und dann passiert etwas, das sich zunächst klein anfühlt – ein Knopfdruck, ein neues Icon auf dem Screen – und doch nach „Stadt im Aufbruch“ klingt: Dubai startet eine neue Streaming-Plattform. Der Name: „Dubai+“. Kurz, frech, ein bisschen wie ein Augenzwinkern, das sagt: Schau noch mal hin. Du kennst uns nicht so gut, wie du glaubst.
„Was kann man da sehen?“, fragt ein Tourist am Nebentisch, als er das Logo auf einem Handy entdeckt. Der Kellner, geschniegelt, freundlich, lächelt: „Dubai. Aber anders.“ Ein Satz, der in dieser Stadt schon so oft gesagt wurde – und doch jedes Mal neu wirkt, weil Dubai es schafft, sich ständig umzuschneiden wie ein Filmtrailer. Genau das will die Plattform: die Stadt nicht nur zeigen, sondern erzählen.
Mit „Dubai+“ bringt Dubai Inhalte in eine eigene, gebündelte Streaming-Umgebung. Keine zufälligen Clips, die man zwischen Katzenvideos und Breaking News verliert, sondern ein kuratiertes Programm: lokale Shows, Kurzformate, Dokus, Unterhaltung – mit dem Blick auf die Menschen, Viertel und Szenen, die das Emirat prägen. Das Konzept wirkt wie ein digitaler Stadtspaziergang: mal laut, mal leise, mal glitzernd, mal überraschend normal.
Streaming ist längst nicht mehr nur ein Verbreitungsweg. Es ist eine Visitenkarte. Wer streamt, behauptet Präsenz – global, jederzeit, in der Hosentasche. Dubai versteht das. Die Stadt ist nicht nur Kulisse für spektakuläre Skylines, sie will als Marke erzählen, wie sie funktioniert: Wie gegessen, gearbeitet, gefeiert, gebaut und geträumt wird. Und genau hier setzt die Plattform an: Sie gibt lokalen Formaten eine gemeinsame Bühne, macht sie leichter auffindbar und – entscheidend – international teilbar.
Die Idee von „Dubai+“ ist nicht, einfach „mehr“ zu bieten, sondern näher zu kommen. Nicht der übliche Postkartenblick, sondern Szenen, die sich anfühlen, als stünde man selbst daneben: eine Küche, aus der Gewürzduft drängt; ein Studio, in dem Stimmen sich überschneiden; eine Straße, die tagsüber nach Sonne und abends nach Parfum riecht.
Je nach Format kann das ein Gespräch sein, das plötzlich ehrlich wird. Oder eine Doku, die nicht von oben herab erklärt, sondern mitläuft. Oder Entertainment, das nicht so tut, als wäre Dubai nur Luxus – sondern auch Alltag, Arbeit, Humor, junge Popkultur. Die Plattform setzt damit auf das, was Städte heute brauchen, um mehr zu sein als eine Sehenswürdigkeit: eine erzählbare Identität.
Dubai hat in den letzten Jahren konsequent in Medien, Kreativindustrie und digitale Infrastruktur investiert. Wer durch Dubai Studio City oder Media City fährt, spürt diesen Anspruch: Hier soll nicht nur gedreht werden, hier sollen Formate entstehen, Talente ankommen, Produktionen bleiben. Eine eigene Streaming-Plattform ist dafür das passende Schaufenster – und zugleich ein Testlabor. Was zieht? Welche Geschichten funktionieren international? Welche Stimmen fehlen noch?
Streaming-Plattformen sind heute auch Datenmaschinen: Sie zeigen, was Menschen wirklich anschauen, wo sie abbrechen, was sie teilen. Für eine Stadt, die sich wie ein Unternehmen organisiert, ist das Gold. Denn aus Sehgewohnheiten werden Trends – und aus Trends werden Entscheidungen: Events, Kooperationen, neue Formate, neue Zielgruppen. „Dubai, What?“ ist damit nicht nur ein weiterer Kanal, sondern ein Instrument, das Dubais Kommunikationsstrategie in die Gegenwart verlängert.
Man kann Dubai auf viele Arten erleben. Für manche ist es die Skyline, die nachts aussieht, als hätte jemand die Sterne nach unten gezogen. Für andere ist es das leise, konzentrierte Arbeiten in Coworking-Spaces, in denen Espresso nach Ambition schmeckt. Und für wieder andere sind es die Viertel, in denen man die Stadt atmen hört: Alserkal Avenue, Jumeirah, Deira – Orte, die man nicht nur fotografiert, sondern fühlt.
„Dubai, What?“ will dieses Gefühl in Episoden schneiden. Nicht als Hochglanzbroschüre, sondern als fortlaufende Geschichte. Das ist die große Chance: Wenn die Plattform nicht nur „perfekt“ sein will, sondern echt genug, um Reibung zuzulassen – kleine Missverständnisse, große Träume, dieser eigenartige Mix aus Tempo und Geduld, der Dubai so unverwechselbar macht.
In der Praxis heißt das: Formate, die nah an Menschen herangehen. Die zeigen, wie man hier lebt, gründet, ankommt. Wie unterschiedlich die Stadt klingt – Englisch und Arabisch, Hindi und Tagalog, Französisch, Russisch, Deutsch. Dubai ist ein Chor. Und eine Plattform kann daraus eine Playlist machen.
Für Zuschauer ist es bequem: ein Ort, an dem Dubai-Inhalte nicht zufällig auftauchen, sondern bewusst zusammengestellt sind. Für Kreative ist es eine Einladung: Sichtbarkeit ohne Umwege, potenziell neue Budgets, neue Kooperationen, mehr Nachfrage nach Produktion, Postproduktion, Storytelling, Moderation, Schnitt, Sound. Und für Dubai als Marke ist es ein leiser, aber wirkungsvoller Hebel: Wer Geschichten besitzt, besitzt Aufmerksamkeit.
Und Aufmerksamkeit ist in einer Welt, die ständig scrollt, die härteste Währung. „Dubai, What?“ setzt darauf, dass Menschen nicht nur kurz hängen bleiben – sondern zurückkommen. Eine Serie anfangen. Eine Doku teilen. Ein Format abonnieren. Vielleicht sogar: eine Reise planen.
Eine neue Streaming-Plattform wirkt auf den ersten Blick wie reines Medien-Thema. Für Immobilien- und Standortinvestoren ist sie jedoch ein weiterer Baustein in Dubais Strategie, sich als kreativwirtschaftliches Ökosystem zu etablieren – mit direkten Effekten auf Nachfrage, Mietmärkte und Asset-Strategien.
1) Kreativwirtschaft treibt Flächennachfrage. Mehr lokale Produktionen und mehr Sichtbarkeit für Formate bedeuten in der Regel: mehr Bedarf an Studios, Sets, Offices, Co-Working, Postproduktion, Lager- und Technikflächen. Solche Nutzungen konzentrieren sich typischerweise in und um etablierte Mediencluster (z. B. Media City/Studio City) und strahlen in Mixed-Use-Quartiere aus. Für Investoren sind das Signale, Retail- und Office-Assets in kreativen Lagen gezielt zu prüfen – insbesondere flexible Grundrisse, kurze Ausbauzyklen, gute Verkehrsanbindung.
2) Marken- und Lifestyle-Inhalte stützen Wohnlagen. Streaming ist heute City-Marketing in Serienform. Wenn „Dubai, What?“ Viertel, Food-Szenen, Kulturorte und Alltagsgeschichten international sichtbar macht, kann das die Attraktivität bestimmter Nachbarschaften erhöhen – vergleichbar mit dem „Set-Jetting“-Effekt, den erfolgreiche Formate in anderen Metropolen auslösen. Das ist relevant für Wohninvestments in Lagen, die „erzählt“ werden: Jumeirah, Downtown, Business Bay, aber auch aufstrebende, kulturgetriebene Zonen, in denen sich Cafés, Galerien und Boutiquen verdichten.
3) Hospitality & Serviced Living profitieren von Content-getriebenem Tourismus. Plattformen, die lokale Erlebnisse kuratieren, wirken wie permanente Reiselust-Generatoren. Mehr Kurztrips, mehr Eventreisen, mehr „Ich will genau dahin“-Momente stützen die Auslastung von Hotels und Serviced Apartments – und damit Renditeprofile in hospitality-nahen Assets. Investoren sollten dabei auf Betreiberqualität, Mikrolagen (Nähe zu Attraktionen/Transit) und flexible Nutzungskonzepte achten.
4) ESG- und Smart-City-Narrative als Kapitalmagnet. Dubai positioniert sich parallel als digitaler, effizienter Standort. Eine eigene Plattform verstärkt das Narrativ der Modernität und Innovationsfähigkeit. Das kann indirekt Kapitalflüsse begünstigen, weil internationale Investoren Standorte bevorzugen, die Talente anziehen, Gründungen fördern und „Future-ready“ wirken. Im Immobilienkontext steigert das die Relevanz von Smart-Building-Features, energieeffizienten Upgrades und digitaler Mieterfahrung.
5) Strategie für Anleger: thematische Mikrolagen und flexible Produkte. Wer vom Medien- und Kreativtrend profitieren will, denkt weniger in starren Segmenten, sondern in Nachfrageketten: Wohnen für Kreative und Expats (gut angebundene, lebendige Viertel), flexible Offices, Studio-/Light-Industrial, sowie Hospitality-Produkte. Entscheidend ist die Fähigkeit, Flächen schnell an neue Nutzerprofile anzupassen – und die Lage so auszuwählen, dass sie sowohl Alltag als auch „Story-Potenzial“ hat.
Unterm Strich ist „Dubai+“ ein weiterer Kanal, über den Dubai Nachfrage erzeugt – nach Aufmerksamkeit, nach Aufenthalten, nach Ansiedlungen. Und am Ende sehr oft: nach Quadratmetern.