Wenn Sharjah zwei Tage lang atmet wie ein Start-up – schnell, hellwach, elektrisiert –, dann ist SEF-Zeit: Das Sharjah Entrepreneurship Festival kehrt am 31. Januar und 1. Februar 2026 mit seiner bislang größten Ausgabe in den Sharjah Research Technology and Innovation Park zurück. Über 14.000 Teilnehmende werden erwartet, dazu mehr als 300 globale und regionale Speaker:innen sowie über 250 Talks, Workshops und Hands-on-Sessions in 10 eigens kuratierten Zonen. Unter dem Motto „Where We Belong“ setzt Sheraa (Sharjah Entrepreneurship Center) auf Nähe statt Distanz: weniger Podium, mehr Werkstatt – mit Pitch-Formaten, SEFFY Awards, Abendprogramm und einem neuen, exklusiv auf dem Festival gestarteten AED-1.000-Lizenzpaket, das Gründungen schneller und günstiger machen soll.
Es ist einer dieser Morgen, an denen die Luft nach frischgedruckten Namensschildern riecht. Du hörst Rollkoffer über Pflaster, siehst dampfenden Kaffee in Pappbechern, und überall diese kleine, nervöse Choreografie: Menschen, die gleichzeitig ankommen und schon loslaufen. „Wo ist Startup Town?“, fragt jemand, ohne stehen zu bleiben. Ein anderer hebt kurz den Blick vom Handy, als hätte Sharjah heute eine neue Uhrzeit erfunden: Jetzt.
Morgen beginnt in der Sharjah Research Technology and Innovation Park eine Veranstaltung, die sich nicht mehr wie ein Treffen anfühlt, sondern wie eine temporäre Stadt: das Sharjah Entrepreneurship Festival (SEF) 2026. Zwei Tage – 31. Januar und 1. Februar – und doch ist die Dichte so hoch, dass sie sich anfühlen könnten wie eine ganze Saison. Über 14.000 Gründer:innen, Investor:innen, Kreative und Entscheider:innen werden erwartet. Es ist die neunte Ausgabe, aber die größte bisher. Und es ist ein Signal: Sharjah spielt längst nicht mehr nur „mit“ im regionalen Start-up-Ökosystem – Sharjah prägt mit.
Das Motto klingt weich, fast poetisch: „Where We Belong“. Und doch steckt darin eine harte, wirtschaftliche Aussage. Entrepreneurship, so die Idee von Sheraa, ist nicht nur Motor für Wachstum, sondern auch ein gemeinsamer kultureller Raum: ein Ort, an dem Talent bleibt, statt abzuwandern; an dem Ideen nicht im Off verschwinden, sondern eine Bühne bekommen – und eine Rechtsform.
Genau da setzt SEF 2026 an. Nicht nur mit Panels, sondern mit Werkzeugen. Nicht nur mit Inspiration, sondern mit Wegen, die aus einem Satz wie „Wir sollten mal…“ eine Firma machen.
In Zahlen klingt es fast wie ein Festival-Line-up, und vielleicht ist es das auch – nur dass hier nicht Gitarrenriffs, sondern Geschäftsmodelle aufeinanderprallen. Mehr als 300 Speaker:innen stehen auf dem Programm, dazu über 250 Talks, Workshops und Hands-on-Sessions. Zehn Zonen sind „purpose-built“, also nicht einfach Hallen, sondern kuratierte Mikrowelten, in denen man nicht nur zuhört, sondern ausprobiert, verhandelt, verwirft und neu zusammensetzt.
Man merkt schnell: Das Format ist so gebaut, dass du als Gründer:in nicht in einem Meer aus Buzzwords untergehst. Du wirst weitergeschoben – sanft, aber bestimmt – von Gespräch zu Gespräch, von Demo zu Meeting, von „Lass uns nachher“ zu „Hier ist mein Kalender, 15:30?“
Und dann sind da die Namen, die plötzlich einen ganz eigenen Sog erzeugen. Menschen bleiben stehen, als würde jemand die Lautstärke in der Luft hochdrehen: Sebastian Vettel, vierfacher Formel-1-Weltmeister. Khabib Nurmagomedov, UFC-Legende, bekannt für Disziplin, Ruhe und diese kompromisslose Konsequenz. Sie kommen nicht, um Start-up-Slogans zu wiederholen. Sie kommen, um über Druck zu sprechen, über Entscheidungen im Bruchteil einer Sekunde, über Routinen, die sich anfühlen wie langweilige Wiederholungen – bis sie dich retten.
Daneben stehen Stimmen, die die Region und ihre Märkte aus dem Inneren kennen: Patrick Chalhoub (Chalhoub Group), Rachid Mohamed Rachid (Alsara Group und Bidayat). Und dann die kreativen Unternehmer:innen, die beweisen, dass „Marke“ nicht nur ein Logo ist, sondern ein Gefühl, das du in die Hand nehmen kannst: Mounaz Abdel Raouf (Okhtein), Anas Bukhash (#ABtalks, Bukhash Brothers). Mit dabei auch die Emirati-Rennfahrerin Amna Al Qubaisi, deren Karriere wie ein Beweis wirkt, dass Geschwindigkeit auch eine Sprache ist.
Die Themen, die sich durch diese Gespräche ziehen, sind spürbar menschlich: Leistungsfähigkeit – und ihre Kosten. Purpose – und seine Glaubwürdigkeit. Resilienz – nicht als Posterwort, sondern als tägliche Praxis. Brand Building – nicht als Marketingtrick, sondern als Identität im Markt.
SEF 2026 fühlt sich an wie ein Marktplatz mit klarer Dramaturgie. Du gehst rein und landest nicht zufällig irgendwo – du landest in einer Zone, die dich auf eine bestimmte Art handlungsfähig macht.
In der Praxis heißt das: Zwischen zwei Sessions kann es passieren, dass du plötzlich mit einer Designerin über Packaging sprichst, dann mit einem Investor über Unit Economics, und drei Minuten später zeigt dir jemand einen Prototypen auf dem Handy, der in deinem Kopf sofort einen Schalter umlegt. „Das ist genau das Problem, das wir auch haben“, sagst du, zu laut, weil du es selbst nicht erwartet hast.
Viele Festivals erzählen dir, dass du groß denken sollst. SEF 2026 baut zusätzlich eine Rampe, damit du klein anfangen kannst – offiziell, legal, bezahlbar. Neu ist die AED-1.000-Lizenz im Rahmen des Startup Kickstarter Package, exklusiv auf dem Festival eingeführt. Der Subtext ist klar: Wenn Formalitäten und Kosten die erste Hürde sind, dann ist die erste Hilfe nicht Motivation, sondern Vereinfachung.
Dazu kommen Formate, die den Wettbewerbsnerv treffen, ohne die Community zu verlieren: die SEFFY Awards 2026, die nicht nur Gründer:innen, sondern auch Mentor:innen und Ökosystem-Akteur:innen auszeichnen. Und die SEF Pitch Competition, bei der Exposure, Mentoring und Zugang zu Funding nicht als Versprechen im Raum stehen, sondern als konkrete Route.
Man spürt, wie sehr dieser „Founder-first“-Ansatz in die Architektur des Festivals eingewoben ist. Nicht jeder muss auf die große Bühne. Aber jede:r soll irgendwo eine Tür finden, die aufgeht.
Wenn der Tag sich leert, wird das Gelände nicht still – es verändert nur den Ton. Gespräche werden weicher. Lachen bleibt länger hängen. Ein Satz wie „Schick mir das Deck“ klingt plötzlich weniger nach Arbeit, mehr nach Möglichkeit. Abends gibt es Live-Performances und kulturelle Momente, unter anderem mit der saudischen Singer-Songwriterin Tamtam, deren Sound Arabisches und Globales mischt – wie eine musikalische Version dessen, was SEF sein will: Austausch ohne Verlust von Identität.
Zwischen Food-Spots, Community-Flächen und improvisierten Sitzgruppen entsteht dieses seltene Gefühl, dass Business nicht kalt sein muss. Dass ein Investor auch mal fragt: „Wie geht’s dir wirklich?“ Und dass ein:e Gründer:in antwortet: „Ehrlich? Müde. Aber ich hab’ wieder Hoffnung.“
Die Größe von SEF 2026 ist nicht nur PR, sie ist ein Indikator. Sharjah positioniert sich zunehmend als Ort, an dem Innovation nicht als Showpiece behandelt wird, sondern als Infrastruktur: Park, Programme, Partnerschaften. Mit Sheraa als Organisator:in wird das Festival zur sichtbaren Spitze eines Systems, das Start-ups nicht nur feiert, sondern führt: über Netzwerke, Zugang zu Märkten, Lernräume – und die ganz praktische Frage, wie du deine Firma morgen anmelden kannst.
Wenn du in diesen zwei Tagen durch die Zonen gehst, hörst du eine wiederkehrende Mikro-Dialogik, fast wie ein Mantra:
„Was baust du?“
„Etwas, das bleiben soll.“
„Und was brauchst du?“
„Die richtigen Menschen. Und einen Ort, der es ernst meint.“
SEF 2026 verspricht genau das: einen Ort, der es ernst meint. Und eine Menge Menschen, die bereit sind, mit dir die nächsten Schritte zu gehen.
Großevents wie SEF sind mehr als eine zweitägige Momentaufnahme – sie sind ein Nachfrage-Impuls und ein Standort-Signal, das sich direkt in Immobilien- und Investmententscheidungen übersetzen kann. Für Sharjah ist eine erwartete Zahl von 14.000 Teilnehmenden ein sichtbarer Beleg für die wachsende Rolle der Emirats im regionalen Innovationsökosystem. Das hat mehrere, für Investor:innen relevante Ebenen:
Investment-Strategie-Impuls: Wer Sharjah beobachtet, sollte SEF 2026 als Marker für eine Reifungsphase lesen: vom „aufstrebenden“ Standort zum programmatisch orchestrierten Ökosystem. Attraktiv sind insbesondere Strategien, die auf Mixed-Use, Flex-Office, Serviced Living und Community-getriebene Quartiere setzen – dort, wo Arbeit, Wohnen und Netzwerk in kurzer Distanz funktionieren. Entscheidend ist die Mikrolage: Anbindung an Innovationsknoten, schnelle Wege nach Dubai, und ein Umfeld, das Talent nicht nur anzieht, sondern hält.