Grün schimmernde Palmenhaine, klare Wüstenluft – und dazwischen Gespräche über Zukunftsmärkte: Die Abu Dhabi Department of Economic Development (ADDED) hat unter der Schirmherrschaft von S.H. Scheich Hazza bin Zayed das erste Al Ain Future Business Forum organisiert. Entscheidungsträger, Unternehmerinnen, Gründer und Investoren trafen sich, um Al Ains nicht-ölgetriebene Wirtschaft zu beschleunigen – von Agritech und Produktion über Logistik bis Tourismus und Kreativbranchen. In Keynotes, Panels und Matchmaking-Sessions ging es um Reformen, Finanzierung, Exportförderung und Talente. Die klare Botschaft: Al Ain ist offen für Business – nachhaltig, wettbewerbsfähig und zukunftsgerichtet.
Die Klimaanlage summt leise, doch die Halle lebt: Duft von Kardamom-Kaffee, das Rascheln von Namensschildern, Palmenschatten, die über weiße Messestände tanzen. Auf der LED-Bühne flimmert ein Logo in leuchtendem Grün: “Al Ain Future Business Forum”. Ein junger Gründer rollt einen kleinen Roboter an den Rand des Teppichs. „Er misst die Bodenfeuchte im Dattelgarten“, sagt er mit einem Grinsen. „Mit 30 Prozent weniger Wasser holen wir dieselbe Ernte.“ Nebenan klappt eine Investorin ihr Tablet zu. „Schicken Sie mir morgen das Deck“, sagt sie knapp. Ein Händedruck, ein kurzer Blick – Deal in der Luft.
Unter der Schirmherrschaft von S.H. Scheich Hazza bin Zayed hat ADDED die Premiere des Forums nach Al Ain geholt – in die Stadt der Oasen, Festungen und stillen Effizienz. Hier, wo Jebel Hafeet im Abendlicht rötet und Falaj-Kanäle seit Jahrhunderten Felder speisen, verschränken sich Tradition und Technologie. Die Panels sind voll: Regulatorik, Green Growth, Standortvorteile. Auf den Stühlen sitzen Hoteliers neben Logistikern, Agrartechnik neben Maschinenbau, Gründerinnen neben Familienunternehmen.
„Was ändert sich für mich, wenn ich morgen starte?“, fragt ein Unternehmer in der ersten Reihe. Die ADDED-Beraterin zeichnet Kreise auf ein Blatt Papier. „Schnellere Genehmigungen. Klare Pfade. Ein One-Stop-Journey über digitale Dienste. Und Partner, die mitziehen.“ Hinter ihr fliegen Zahlen und Karten über die Leinwand: Routen nach Dubai und Oman, Luftfrachtfenster, industrielle Flächen, Ausbildungszentren. Keine großen Worte – konkrete Wege.
Durch die Gänge schiebt sich eine kleine Delegation aus der Lebensmittelindustrie. Sie bleiben vor einem Stand stehen, an dem eine Mini-Gewächshauswand wie ein grüner Vorhang hängt. „Salat im Sommer? In Al Ain?“ – „Jawohl“, lacht die Ingenieurin, „mit geschlossenen Kreisläufen und Photovoltaik auf dem Dach.“ Zwei Reihen weiter präsentiert ein Metallbauer dünnwandige Pfeiler, die Wind aufnehmen und Vibrationen dämpfen. „Für leichte Hallen. Schneller gebaut, weniger Stahl.“ Das Notizbuch füllt sich, Pfeile, Ausrufezeichen, Telefonnummern.
Die Diskussionen bleiben nicht abstrakt. Ein Panel über Talente und Skills kippt in einen lebhaften Dialog. „Wir bilden lokal aus“, ruft ein Werkleiter. „Aber wir brauchen auch internationale Spezialisten – jetzt.“ Aus dem Publikum: „Wie schnell geht die Visa-Strecke?“ Ein Government-Vertreter hebt die Hand: „Schneller als letztes Jahr. Und mit klaren Checklisten.“ Applaus. Kein Zögern, Pragmatismus im Raum.
Später, im Matchmaking-Bereich, schnappen Gesprächsfetzen durch die Luft: „Musataha? 30 Jahre?“, „Logistikfenster nach Oman geöffnet“, „Exportversicherung? Ja, Ansprechpartner ist hier.“ Ein junger Hotelier legt Renderings auf den Tisch: Häuser in Lehmtönen, Schattenbögen, Wasserflächen. „Eco-Lodge, am Rand des Oasengürtels. Sanft, leise, echt.“ Eine Tourismusberaterin nickt: „Story stimmt. Zahlen prüfen wir nach.“
Worauf es hinausläuft, destilliert sich über den Tag in fünf Sätzen: Tempo, Berechenbarkeit, Nachhaltigkeit, bezahlbare Flächen – und echte Partnerschaft zwischen Staat und Privat. Die Botschaft des Forums ist kein Banner, sie ist ein Arbeitsplan. Al Ain will die organische Stärke – Wasser, Wissen, Wege – mit Technologie koppeln. Vom Zulieferer bis zum Weltmarkt. Von Handwerk zu Hightech.
Am späten Nachmittag färbt die Sonne die Kante des Jebel Hafeet in Gold. Eine Gruppe junger Gründer sitzt auf dem Bordstein vor der Halle, Papierbecher in der Hand, Laptops auf dem Knie. „Wenn nicht jetzt, wann dann?“, fragt einer. Die anderen lachen. „Morgen um neun beim Amt,“ sagt die Designerin, „und um elf beim Investor.“ Hinter ihnen legt ein Gärtner eine neue Palme in die Erde. Al Ain wächst – ruhig, zuversichtlich.
Das Forum bleibt mehr als ein Termin im Kalender. Es macht die Stadt lesbar: Agritech, verarbeitende Industrie, Logistik, Tourismus, Kreativwirtschaft – wie fünf Finger einer Hand, die greifen will. Die Partner sind da, die Wege sind markiert, das Tempo stimmt. Mit jedem Gespräch wird deutlicher: Diese Oase ist keine Kulisse, sie ist Motor.
Für Investorinnen und Investoren eröffnet das Forum nicht nur Branchenfenster, sondern auch klare Signale am Standort. Al Ain punktet mit Ruhe und Reichweite: erschlossene Flächen, Nähe zu Grenzen und Korridoren, stabile Nachfrage aus öffentlichen Institutionen, Bildung und Gesundheitswesen – und ein Tourismus, der auf Authentizität setzt.
Worauf achten? Auf die Achsen. Die Verbindung Al Ain–Abu Dhabi–Dubai, der Zugang nach Oman, die Nähe zu Forschungscampussen – sie formen Nachfrageinseln und Mikrolagen. Nachhaltigkeit ist mehr als PR: Wasser, Energie, Materialkreisläufe werden zum Mietmagneten und zu Kostenbremsen.
Das Fazit: Mit dem Forum setzt Al Ain ein Ausrufezeichen. Wer jetzt klug platziert – in Hallen, Höfen, Häusern – investiert nicht in Sand, sondern in Substanz.